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Freitag, 18. Mai 2012
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10092009_sieben_1012_klein Sorge um die Qualität der Pflege
Wilhelm Priesmeier besuchte Diakonie-Altenheim Siebenbürgen in Osterode

OSTERODE, 10.9.2009. Zu viel Bürokratie und Dumpinglöhne in der Pflege machen den Altenheimen zu schaffen. Diese befürchten, dass die Qualität in der Altenpflege auf Dauer nicht zu halten ist, wenn die Pflegesätze nicht deutlich angehoben werden. Gestern besuchte Wilhelm Priesmeier das Altenheim Siebenbürgen in Osterode, das einen freien Trägerverein hat, der unter dem Dach der Evangelischen Diakonie steht. Foto K.H.Bleß.

Die Pflicht, die Pflege genau zu dokumentieren, hatte eigentlich zum Ziel, die Qualität zu steigern. Doch da die Pflegekräfte mit der Dokumentation sehr viel Zeit verbringen müssen, fehlt ihnen für die eigentliche Arbeit die Zeit. So müssen teilweise Gespräche mit den Senioren in die Freizeit verschoben werden. Ein Abbau der Bürokratie würde der Zeit, die für die Pflege zur Verfügung steht, zugute kommen, hörte der Bundestagsabgeordnete, dem das Problem nicht ganz fremd ist.

Der zweite Punkt sind die Löhne. Da Einrichtungen unter dem Dach der Diakonie ihren10092009_sieben_1014_klein Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Tariflöhne zahlen, einige private Konkurrenzunternehmen aber deutlich weniger, kommt es zu Wettbewerbsverzerrungen. Weil außerdem die Pflegesätze nach dem Durchschnitt festgelegt werden, sind die Sätze inzwischen nicht mehr auskömmlich. „In Niedersachsen haben wir die niedrigsten Pflegesätze in ganz Deutschland“, klagte die Leiterin des Altenheims Siebenbürgen, Karin Powering. „Man spart die Wohlfahrtsverbände tot.“

Priesmeier hörte genau zu, obwohl ihm das Problem aus ähnlichen Gesprächen nicht neu war. Er riet den Verbänden dringend, sich gemeinsam dafür stark zu machen, dass der Gesetzgeber die Tariflöhne für allgemeinverbindlich erklärt. Dann sei eine Untergrenze für die Löhne festgeschrieben, was sich auch auf die Pflegesätze auswirken werde. Auch wenn damit die Pflegekosten stiegen, sollte man damit leben können. „Wir müssen uns als Gesellschaft fragen: Was ist uns die Pflege wert?“, sagte er. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenpflege hätten eine schwierige und aufreibende Arbeit, von der man auch eine hohe Qualität erwarte. Deshalb müsse man sie auch entsprechend bezahlen. In den nächsten Jahren erwarte man in Deutschland 200 000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Pflege. Die seien nur zu besetzen, wenn die Löhne den Anforderungen entsprächen. Foto K.H.Bleß.

10092009_sieben_1015_klein Für den Abbau der Bürokratie, insbesondere der Dokumentationspflicht, sieht Priesmeier die Notwendigkeit, bremste aber zu hohe Erwartungen. Denn die Bürokratie und die verschiedenen Interessen dahinter hätten ein „Eigenleben“ entwickelt, das man nur schwer durchkreuzen könne. Er nahm die Anregung auf, dass für die Aufsicht von Pflegeeinrichtungen nur eine Behörde zuständig sein sollte. Dann würde viel an Schreibkram entfallen. Foto K.H.Bleß.
 
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