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Europaweites Verbot der Patentierung von Pflanzen und Tieren
Dr. Wilhelm
Priesmeier für eine Revision der EU-Biopatentrichtlinie
BERLIN, 01.07.2010: Die
SPD-Bundestagsfraktion fordert in ihrem Antrag "Keine Patente auf Pflanzen
und Tiere" ein europaweites Verbot der Patentierung von Pflanzen und
Tieren. Die Bundesregierung muss sich auf europäischer Ebene für eine Revision
der EU-Biopatentrichtlinie einsetzen und eine Anpassung des europäischen
Patentabkommens fordern. Das europäischen Patentrecht muss zukünftig auch
bio-ethische und sozial-ethische Belange berücksichtigen.
Bislang ist nur die Patentierung von Pflanzensorten und Tierrassen
verboten. Jedoch fehlt für ein generelles Verbot der Patentierung einzelner
Tiere und Pflanzen die maßgeblichen Rechtsgrundlagen auf EU-Ebene.“ Ein
Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Technologie zu "Patentschutz und Innovation" vom März 2007 warnt
ausdrücklich vor "Fehlentwicklungen im europäischen Patentsystem".
Die Zahl der Biopatente auf Pflanzen und Tiere steigt weiter. Die
Patentanmelder gehen dazu über, relativ ähnliche Anmeldungen einzureichen.
Das führt dazu, dass das Europäische Patentamt überlastet ist,
Patentanmeldungen nur unzureichend geprüft und dann Patente möglicherweise
unberechtigt erteilt werden.
Die Formulierung in der Biopatentrichtlinie "dass im wesentlichen
biologische Verfahren" nicht patentierbar sein sollen, bietet
Patentanwälten einen großen Interpretationsspielraum. Dadurch
verschwimmen die
Grenzen zwischen nicht patentierbaren Züchtungsverfahren und
patentierbaren
technischen Verfahren.
Die anstehende mündliche Verhandlung vor der großen
Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes zum sogenannten Brokkoli
und
Tomaten-Patent muss zwei grundsätzliche Fragen klären: Wann handelt es
sich um
eine klassische Methode der Kreuzung und Selektion? Inwieweit kann das
Verfahren durch die Ergänzung eines technischen Verfahrensschritts
patentiert
werden?
Weitere Informationen zur aktuellen Debatte finden sie hier:
Redebeitrag von Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD) am 01.07.2010 um 16:34 Uhr (51. Sitzung, TOP 5)
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Dr. Wilhelm Priesmeier, MdB
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