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Donnerstag, 23. Februar 2012
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10.01.2012, Interview im Deutschlandfunk | Das war der Tag
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Antibiotika in der Tierhaltung drastisch senken
Wilhelm Priesmeier fordert strengere gesetzliche Vorgaben
Berlin, 19.12.2011: Wir müssen den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung drastisch senken. Jede unsachgemäße Anwendung erhöht das Risiko, dass Krankheitserreger Antibiotika-Resistenzen entwickeln. Es gibt bereits multiresistente Keime, denen auch Desinfektionsmittel nichts mehr anhaben können. 

Wir brauchen Klarheit, Offenheit und Transparenz im System. Wir wollen, dass die Daten über die verabreichten Antibiotika für jeden Betrieb und jeden Tierbestand in einer bundeseinheitlich zentralen Datenbank genau erfasst und ausgewertet werden. Nur so kann schnell ermittelt werden, welche Tierhalter überhöhte Arzneimittelmengen einsetzen. Für dieses Monitoring und die risikoorientierte Auswertung von tierhaltenden Betrieben durch die Kontrollbehörden müssen wir die rechtlichen Grundlagen schaffen.

Entscheidend ist meistens der Hygienezustand im Stall. Viele Landwirte scheuen Investitionen, etwa in eine bessere Lüftungsanlage. Diese Landwirte nehmen dafür häufigere Erkrankungen der Tiere bewusst in Kauf. Zukünftig müssen die Landwirte und ihre betreuenden Tierärzte unmittelbar Gegenmaßnahmen ergreifen, sofern die Landwirte vermehrt Antibiotika einsetzen. Gemeinsam müssen Landwirte und Tierärzte ein Konzept zur Verbesserung des Hygiene- und Gesundheitszustandes im betroffenen Tierbestand entwickeln.

Geschieht das nicht, müssen in einer zweiten Stufe die amtlichen Kontrollbehörden einen rechtlich verbindlichen Sanierungsplan vorschreiben. Bleibt auch diese Maßnahme erfolglos, ist ein Produktionsverbot für diese Betriebe die letzte Konsequenz.

Das kürzlich vorgestellte Konzept der Bundesregierung zur Antibiotikaerfassung ist ein untaugliches Instrument, um den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren. Frau Aigner will die Pharmaindustrie verpflichten, Antibiotika-Mengen nach Postleitzahlen erfassen. Das genügt nicht. Wir brauchen eine betriebsgenaue Erfassung. Im Vergleich zu Dänemark und den Niederlanden hat Deutschland keine effiziente Strategie, um den Verbrauch von Antibiotika in der Landwirtschaft zu senken.

Die Bundesregierung muss endlich handeln. Wir müssen jetzt Druck aufbauen, damit wir schnellstmöglich eine Antibiotikastrategie erhalten, die den Namen auch verdient hat. Wir gehen mit unserem Antrag „Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung senken und eine wirksame Reduktionsstrategie umsetzen“ (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/081/1708157.pdf) einen enormen Schritt voran. Nun ist Frau Aigner gefordert.
 
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