Das berichtete die Hauptamtliche Vizepräsidentin Dr. Ina Schwarz in einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD).
Nachdem die Präsidenten der TU Braunschweig, der TU Clausthal und der Leibniz-Universität Hannover 2007 eine Erklärung zur Bildung einer trilokalen arbeitsteiligen Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH) unterzeichnet haben, seien inzwischen die Umstrukturierungen so gut wie abgeschlossen. "Wir haben unsere Schwerpunkte in der Forschung definiert und bieten Promotionsstudiengänge, aber auch Masterstudiengänge an." Aus sieben Fachbereichen und zwei Fakultäten wurden drei Fakultäten und drei Forschungszentren. So organisieren die Zentren die Forschung: das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN), das Clausthaler Zentrum für Materialtechnik (CZM) und das Simulationswissenschaftliche Zentrum (SWZ).
Die Lehre konzentriert sich auf drei Fakultäten: für Natur- und Materialwissenschaften, für Energie- und Wirtschaftswissenschaften und für Mathematik/Informatik und Maschinenbau. In allen Bereichen arbeiten die Clausthaler im Rahmen von Forschungsprojekten mit anderen Universitäten zusammen.
Priesmeier sagte, dass ihn dieser Weg überzeuge: "möglichst viel Autonomie und mehr Eigenverantwortung, gleichzeitig eine Vernetzung der TU über Grenzen hinweg".
Die Vizepräsidentin sieht die Förderpolitik an den Hochschulen kritisch. Bei der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern, die Spitzenforschung fördert und die Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts nachhaltig stärken will, hätten nach den bisherigen Kriterien eigentlich nur die großen Unis eine Chance, in den Genuss der zusätzlichen Fördergelder zu kommen. Statt Exzellenzen zusätzlich zu fördern, sollte man Initiativen in der Forschung zu Exzellenzen machen, schlug sie vor. "Sonst fallen die Kleinen runter." Die Initiative

bewirke, dass die großen Universitäten noch größer würden. "Wer will 2020 noch an solch großen Kolossen studieren?", gab sie zu bedenken.
Wie die Vizepräsidentin weiter ausführte, sieht sie zusätzlich gesellschaftspolitische Aspekte als Herausforderungen zur Zukunftssicherung der Forschung in Deutschland. "Wir sollten im eigenen Land Familien animieren, wieder mehr Kinder zu bekommen", sagte sie, die grundsätzlich für die Öffnung der Universitäten für ausländische Studierende ist. Und die jungen Leute sollten "das studieren, was auch gefragt ist", damit sie nach dem Studium auch einen Arbeitsplatz erhielten. Dabei sei insbesondere die Wirtschaft gefragt, die junge Leute zum Studium animieren sollte und sie gleichzeitig an sich binden könne. Das könne beispielsweise für gezielte Stipendien geschehen. Dann könnten auch Kinder aus nicht so gut verdienenden Familien studieren.
Zu einer Standortsicherung der TU Clausthal nahm die Hauptamtliche Vizepräsidentin auch die Politik in die Pflicht. So sei die Verkehrsanbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln völlig unzureichend. "Unsere Gäste erwarten, dass sie gut und bequem mit Verkehrsmitteln anreisen können", sagte sie.
Foto: Vizepräsidentin Dr. Ina Schwarz . Foto Bleß.