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Mittwoch, 17. Dezember 2008 |
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Tierschutz auch zu Weihnachten
Wilhelm Priesmeier im Gespräch mit Christian Kerl von der Braunschweiger Zeitung.
Herr Dr. Priesmeier, kurz vor dem Fest warnen Experten davor, Haustiere als Weihnachtsgeschenk anzuschaffen. Sehen Sie das als Tierschutzbeauftragter auch so?
Tiere sind kein Ersatz für die Zuwendung, die Kinder brauchen. Und sie sind kein Ersatz für die Lösung von Familienproblemen. Jeder, der ein Tier verschenkt, muss sich deshalb fragen, ob der Beschenkte wirklich etwas damit anfangen kann und reif genug ist, sich auch den unangenehmeren Pflichten zu widmen, die mit der Tierhaltung verbunden sind. Aber wenn diese Dinge geklärt sind und der Wunsch besteht, ist es sicher besser, ein Tier zu verschenken als zum Beispiel eine
Playstation. Denn Tiere können eine große Bereicherung sein. Der Bundestag hat sich 2008 mit vielen Tierschutz-Themen befasst. Aber das diskutierte Importverbot für Robbenprodukte gibt es immer noch nicht, auch in diesem Jahr liegen Felle unterm Weihnachtsbaum...
Wir werden im Bundestag in Kürze noch einmal eine Initiative für ein nationales Gesetz starten, das ein Einfuhrverbot für Robbenprodukte vorsieht und auch die Be- und Verarbeitung in Deutschland untersagt. Es ist dazu ein fraktionsübergreifenden Antrag an die Regierung geplant. Es gibt zwar einen Vorstoß der EU, aber der geht uns nicht weit genug, es gibt zu viele Ausnahmen. Wir verlangen trotz der Initiative aus Brüssel eine nationale Gesetzgebung für ein Importverbot. Das Töten von Tieren, nur um ihre Felle kommerziell zu nutzen, ist ethisch durch nichts zu rechtfertigen.
Aber viel Zeit hat das Parlament nicht mehr?
Wir müssen uns beeilen. Wir sind uns im Bundestag zwar weitgehend einig,
aber natürlich nimmt der Willen zum gemeinsamen Vorgehen im Wahljahr ab.
Ich hätte mir eine ähnliche Regelung gewünscht, wie wir sie auf EU-Ebene
für den Import von Hunde- und Katzenfellen schon erarbeitet haben -- das
Importverbot tritt Ende des Jahres in Kraft.
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