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In Zorge wird gewaltig Druck erzeugt
Wilhelm Priesmeier im Gespräch mit der Firma Maximator GmbH
ZORGE, 20.11.2008. Die Firma Maximator hat sich ganz der Hochdruck- und Prüftechniktechnik im Bereich der Hydraulik und Pneumatik verschrieben. Denkt man zunächst ein Einspritzanlagen, für die hohe Drücke nötig sind, ist das Einsatzgebiet wesentlich größer. Im Maschinenbau werden Hochdruckpumpen besonders im der Öl- und Gasindustrie benötigt, ebenso in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Selbst im Bergbau und in der Luft- und Raumfahrtindustrie sind die Einsatzmöglichkeiten von Hochdruckpumpen vielfältig. Mit Hydraulikaggregaten können Betriebsdrücke von bis zu 5500 bar erzeugt werden. Auf diesem technischen Gebiet spricht Maximator weltweit ein ganz entscheidendes Wörtchen mit, ist Weltmarktführer. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Prüftechnik.
Am Dienstag besichtigte SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Wilhelm Priesmeier den Betrieb in Zorge, bei dem ihn Samtgemeindebürgermeister Frank Uhlenhaut, Horst Knorn und Werner Pinkepank begleiteten. In diesem ausführlichen Gespräch mit Geschäftsführer Henning Willig ging es um ein breites Themenspektrum von der Weltwirtschaftskrise über zukünftige Marktchancen des Betriebes bis hin zu den Unzulänglichkeiten bei der Infrastruktur. Weil es in Zorge keinen DSL-Anschluss gibt, der aber für Betriebe lebensnotwendig ist, hat Maximator eine Standleitung nach Nordhausen gemietet. Vom dortigen Zweigwerk ist die Breitbandverbindung gut.
Der Betrieb, der zur „Schmidt, Kranz Gruppe“ gehört, hat in jüngster Vergangenheit einen regelrechten Boom erlebt. Von 2006 konnte der Umsatz von 33,3 auf 40 Millionen Euro gesteigert werden. In dieser Zeit stieg die Zahl der Mitarbeiter von 214 auf 308, darunter 45 Ingenieure. 23 junge Leute bildet der Betrieb zurzeit aus. Von der Weltwirtschaftkrise ist bisher hier nichts zu spüren, Auftragseinbrüche gebe es bisher nicht, sagte Geschäftsführer Willig. Da rechne er mit einer zeitlichen Verzögerung.
Foto: Geschäftsführer Henning Willig (r.) zeigt Hightech auf kleinem Raum. Daneben stehen (v.r.): Dr. Wilhelm Priesmeier, Werner Pinkepank, Horst Knorn, Axel Günther und Frank Uhlenhaut. Foto Bleß.
„Deutschland muss seine Interessen besser vertreten“, gab er aber dem Bundespolitiker mit auf den Weg. Da das Zorger Unternehmen die Hälfte seines Geschäfts im Ausland mache, falle ihm auf, dass Deutschland „zu viel Rücksicht auf die Partner“ nehme – zum Beispiel im Iran. Andere europäische Länder seien nicht so zurückhaltend. So wünsche er sich mehr Außenhandelskammern, die die Interessen der deutschen Unternehmen bündeln könnten.
Als weiteren Punkt trug Willig vor, dass Deutschland wesentlich mehr in die Bildung investieren müsse, wenn es in Zukunft im globalen Wettbewerb Schritt halten wolle. „Auch wenn Einiges getan wird – man muss mehr tun“, mahnte er dringend. An diesem Punkt machte Priesmeier erneut seinen Ärger über die niedersächsische Landesregierung Luft. Der Bund habe die Bildungskompetenz ganz an die Länder abgegeben. Zwar habe der Bund vier Milliarden Euro für die frühkindliche Bildung bereitgestellt, könne die Länder aber nicht verpflichten, den gleichen Betrag draufzusatteln. Leider stelle Niedersachen weniger als zehn Prozent des Bundeszuschusses an Fördermittel bereit.
Beeindruckt zeigte sich Priesmeier bei der Betriebsbesichtigung von den kompletten Anlagenkomponenten für Hochdrucktechnik und der Prüftechnik. So werden die Leitungen der Anlagen so lange gespült, bis auch die mikroskopisch kleinen Teilchen, die als winzige Späne bei der Herstellung in die Leitungen geraten sind, daraus verschwunden sind. „Wie messen Sie denn, ob da noch winzige Teilchen im System sind?“, wollte Priesmeier wissen. Es genügte ihm eine einfache Erklärung, dass Laserstrahlen auf die Spülflüssigkeit gegeben werden, die von Schmutzteilen reflektiert werden.
Foto: Die Komponenten für drei Anlagen aus Zorger Produktion. Wenn die Qualität stimmt, wovon Geschäftsführer Willig überzeugt ist, könnte ein großer Auftrag die Folge sein. v.l.: Betriebsratsvorsitzender Axel Günther, Geschäftsführer Henning Willig, Horst Knorn, Samtgemeindebürgermeister Frank Uhlenhaut, Werner Pinkepank (verdeckt) und Dr. Wilhelm Priesmeier (MdB). Foto Bleß.
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