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Hängepartie für Schweinehalter beenden:
Koalitionsentwurf soll Planungssicherheit schaffen
16.12.2004. „Eine weitere Chance auf eine tierschutzgerechte Lösung mit Rechtssicherheit für die deutschen Schweinehalter ist heute vom Bundesrat durch die erneute Verknüpfung von Regelungen zur Schweine – und Legehennenhaltung verspielt worden. Jetzt müssen wir handeln!“ erklärt Dr. Wilhelm Priesmeier.
Der stellvertretende agrarpolitische Sprecher und Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion spricht sich dafür aus, noch im Januar einen neuen Weg zur dringend notwendigen Umsetzung der EU-Richtlinie zur Schweinehaltung einzuschlagen. Um den Vorgaben der EU ohne Zustimmung des Bundesrates zu entsprechen, ist eine Novellierung des Tierschutzgesetzes nötig. „Die bisher vom Bundesrat erzwungene Verknüpfung, mit der die Länder Druck auf das Verbraucherschutzministerium ausüben wollten, führt uns nicht weiter“, erklärt der Parlamentarier. Mit seinem heutigen Beschluss zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung hat der Bundesrat erneut eine Einigung unmöglich gemacht. „Ich habe bereits mehrfach darauf gedrängt, dass sich beide Seiten bewegen, um in der Legehennenfrage – und damit auch bei der Schweinehaltung – einen Konsens zu finden, der sowohl dem Tierschutz als auch den Interessen der Tierhalter gerecht wird“, so Priesmeier weiter. „Dass die Länder sich bei der Hennenhaltung prinzipiell kompromissbereit gezeigt haben, ist anzuerkennen. Eine tragfähige Lösung hat aber niemand vorgelegt. Zur Durchsetzung der Länderinteressen fiel dem Bundesrat nichts Besseres ein, als die Schweinehalter in babylonische Gefangenschaft zu nehmen. Das ist wahrhaftig ein politisches Armutszeugnis!“ „Diese Taktik hat dazu geführt, dass die Schweinehalter seit zwei Jahren auf eine gesetzliche Regelung warten, die ihnen Planungssicherheit gibt“, kritisiert Priesmeier. „Jetzt sorgen wir dafür, dass der Investitionsstau in dreistelliger Millionenhöhe endlich aufgelöst und der Veredelungsstandort Deutschland für die Schweinehaltung gesichert wird.“ Auch in Hinblick auf das gegen Deutschland anhängige Vertragsverletzungsverfahren der EU fordert Priesmeier eine sofortige Abkoppelung der Schweinehaltungsfrage: Weil die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Schweinehaltung noch immer nicht erfolgt ist, wird die EU voraussichtlich ein Bußgeld gegen Deutschland verhängen. Das erste Urteil in diesem Verfahren wird für den Frühling 2005 erwartet. „Gibt es zeitnah kein Gesetz, kann das die deutschen Steuerzahler pro Tag bis zu einer Million Euro kosten“, warnt Priesmeier. „Auch für den Tierschutz ist die jetzige Situation fatal. Denn eine Abwanderung der deutschen Veredelungswirtschaft in europäische Länder mit schlechteren Tierschutz-Standards würde nicht nur wichtige Marktanteile und einheimische Arbeitsplätze kosten, sondern auch die Lebensbedingungen der Tiere massiv verschlechtern“, so Priesmeier weiter. „Die Abkoppelung bedeutet aber nicht, dass die ebenso wichtige Legehennenhaltung in Vergessenheit gerät“, betonte Priesmeier. „Doch eine Einigung im Streit um die Legehennenhaltung wird erst nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005 möglich sein.“
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