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Landwirtschaftliche Nutztierhaltung |
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Den Produktionsbedingungen für Lebensmittel tierischen Ursprungs werden kritisch von der Gesellschaft hinterfragt. Mit der Neuorientierung der Agrarpolitik wird von vielen Seiten vor allem den Tierschutzverbänden eine verstärkte Ausrichtung der Produktion an höheren Tierschutzstandards gefordert. Heute wird dem Tierschutz und der Umweltverträglichkeit landwirtschaftlicher Produktionskonzepte eine zentrale Bedeutung für die Akzeptanz der Nutztierhaltung eingeräumt.
Entsprechend wächst der Druck auf die Politik, die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Nutztierhaltung in Gesetzen zu verankern. Die Landwirte, als Produzenten, finden sich dabei plötzlich in einem Dilemma wieder. Auf der einen Seite steigende Anforderungen und höhere Standards und damit verbunden höhere Produktions- und Investitionskosten und auf der anderen Seite zum Teil sinkende Erlöse und Einkommen.
Der größte Teil unserer Bevölkerung keinen Kontakt mehr zur Landwirtschaft und keinen Einblick mehr in das Betriebsgeschehen und die Tierhaltung hat. Der Konsument hat sich hier fast vollständig vom Tier entfremdet und sieht zunächst nur das verarbeitete fertig zum Verzehr vorbereitete Produkt. Dies führt dazu, dass Vorstellungen über moderne Produktionsweisen aus einem nostalgischen Blickwinkel beurteilt, oder zunehmend über die Medien vermittelt werden. Eine umfassende Aufklärung über die Realitäten der Landwirtschaft tut not.
Das Haustier, als Lebenspartner, des Menschen und nicht das Nutztier bestimmen das Tierbild in der Gesellschaft. Entsprechend wird in einer von der Landwirtschaft entfremdeten Gesellschaft die Nutztierperspektive durch die Kuscheltierperspektive ersetzt.
Es ist festzustellen, dass die dargestellten Entwicklungen in der Nutztierhaltung und ihre Wahrnehmung in breiten Teilen der Öffentlichkeit latent negative Assoziationen hervorrufen. Insgesamt zeichnet sich eine Konfliktsituation ab. Auf der einen Seite die konventionelle Landwirtschaft mit hochtechnisierten Produktionsweisen, auf der anderen Seite die Forderung der Tierschutzverbände und einem Teil der Öffentlichkeit, die diesen Entwicklungen Bedenken entgegenbringen.
Langfristig wird nur eine gesellschaftlich akzeptierte Tierhaltung Bestand haben. Es ist die gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten, insbesondere der Landwirte, Politiker, der Wissenschaft aber auch der Verbraucher und Tierschützer, gemeinsame Strategien für eine artgerechte Tierhaltung zu entwickeln.
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